Teil eines Werkes 
1. Bd. (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

17

garetha's von Anjou beugt und die feſteſte Verbindung mit der Partei Lancaſters ſchließt, zu deren Zerſtörung er bisher ſein ganzes Leben angewendet hatte!

Hier nun, wo die Geſchichte uns im Dunkeln läßt, wo unſere Neugierde am meiſten aufgeregt iſt, tappt die Dichtung unter den alten Chroniken umher und ſucht die Wahrheit zu entdecken und zu muthmaßen. Und dann bemächtigt ſich die Dichtung, gewohnt mit den menſch⸗ lichen Herzen zu verkehren, einer hochwichtigen That⸗ ſache, welche der moderne Hiſtoriker unter die zweifel⸗ haften Nebenurſachen der Uneinigkeit ſtellt. Hall und Andere behaupten feſt und unumwunden, daß Eduarh einen rohen Angriff auf die Tugend einer der Verwandten des Grafen gemacht habe.Und ferner iſt es nicht weit von der Wahrheit entfernt, ſagt Hall,daß der Koͤnig einſt im Hauſe des Grafen eine That zu begehen ver⸗ ſuchte, die der Ehre des Grafen nachtheilig war; aber ob es die Tochter oder die Nichte war, fügt der Chro⸗ nikenſchreiber hinzu,iſt zur Ehre Beider unberaunt; aber gewiß iſt, daß Eduard den Verſuch wagte u. ſ. w.

Jeder, der mit Hall im Geringſten bekannt iſt(ſo wie mit allen unſern vorzüglichen Chroniſten, Fabyan ausgenommen) wird keine übergroße Genauigkeit hin⸗ ſichtlich der Zeit erwarten, in welche er die Beleidigung ſetzt. Er nimmt daher dafür daſſelbe Datum an, wie für die andern Klagen Warwicks(nämlich eine Zeit, welche alle urtheilsfähigen Geſchichtsſchreiber einige Jahre ſpäter ſetzen) ein Datum, wo Warwick noch Eduards waͤrmſter Freund war.

Bulwer, Barone. I.

2