365 thätig auf dem Waſſer lag, zu entgehen. Wie dem übrigens ſein mag, ſie näherten ſich mit einemmale den Booten und mitten in dem Gedränge erkannte ich Mont⸗ renil. Mit ſtillem, ahnungsvollem Grimme biß ich die Zähne übereinander. Nach drei Streichen meiner guten Klinge durch den Haufen war ich an ſeiner Seite; ſchon hatte er den Rand des Bootes erfaßt und ſtand bis an die Knie im wogenden Waſſer. Ich faßte ihn bei der Schulter und meine Wange berührte die ſeinige, als ich ihm ins Ohr flüſterte:„Noch bin ich bei Dir!“ Trotzig wandte er ſich um und ſuchte, jedoch vergebens, ſich von meinem Griffe los zu machen. Das Boot ſtieß ab, und ſeine letzte Hoffnung zur Flucht war dahin. In dieſem Augenblicke brach der Mond durch den Nebel, und deutlich ſahen wir einander in das Geſicht. Auf Montreuils ſtrengen, ſtolzen Zügen ſtand eine ſchauer⸗ liche, aber gefaßte Verzweiflung, die allmählig, wie er meinem Blicke begegnete, in einen wilderen Ausdruck überging. Noch einmal begannen wir, Fuß an Fuß und Hand gegen Hand, den Kampf; die vermehrte Helle ließ mehr Kunſt bei dem Gefechte zu, als bis jetzt der Fall geweſen, und Montreuil ſchien ſeine ganze Kraft zuſammen zu nehmen und mit feſter, kalter Entſchloſſen⸗ heit zu fechten. Nichts deſto weniger dauerte der Kampf nur kurz. Mein Gegner hatte die Unvorſichtigkeit, den Arm zu erheben und dadurch ſeinen Körper meinem Stoße preiszugeben: ſein Degen ſtreifte meine Wange — ich werde die Narbe mit in mein Grab nehmen— der meinige drang zweimal durch ſeine Bruſt, und in Blut gebadet ſtürzte er zu meinen Füßen.
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