358 reicht haben, denſelben zu entfernen. Augenſcheinlich ging ihm ſeine Verrätherei ſehr nahe, und ſeltſam ge⸗ nug, mit Montreuil ſchienen alle ſeine weltlichen Hoff⸗ nungen und Beſtrebungen unterzugehen. Desmarais, fand ich, war ein Menſch von viel höherem Ehrgeize als ich gedacht hatte, und er hatte ſich eng mit Mont⸗ reuil verbündet, weil er aus dem Genie und der Ent⸗ ſchloſſenheit des Prieſters die ſanguiniſchen Ausſichten auf deſſen einſtige Stellung entnommen. Mit dem Vor⸗ rücken der Nacht wuchs ſeine Angſt ſichtbar, und nach⸗ dem ich mich vollkommen überzeugt, daß ich ſeiner An⸗ gabe unbedingt trauen dürfe, überließ ich ihn abermalz ſeinen Betrachtungen, um mich allein in dem vorderen Zimmer für die kommenden Ereigniſſe zu bereiten. Ich hatte beſtimmt gehofft, Montreuil werde ſich in dem Thurme zeigen, um Gerald aufzuſuchen, und dies war der Hauptgrund, der mich beſtimmte, dort zu bleiben; aber die Zeit verſtrich, er kam nicht; und endlich wurbe es ſo ſpät, daß ich zu ſürchten anfing, die bewaffnete Hülfe von*** möchte nicht zur rechter Zeit mehr kommen.
Es ſchlug ein Viertel nach elf Uhr: in weniger als einer Stunde mußte mein Feind entweder in meiner Gewalt oder außer meinem Bereiche ſein; noch war Ge⸗ rald mit der Mannſchaft nicht angelangt— meine Unruhe wurde unerträglich, fieberhaft tobte mein Puls; nicht zwei Sekunden konnte ich an demſelben Orte blei⸗ ben; hundertmal ſchon hatte ich meinen Degen gezogen und ungeduldig auf die blanke Klinge geblickt.„Schon einmal,“ dachte ich,„biſt du dem Stahl meines Tob⸗
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