Teil eines Werkes 
2. Bd. (1845)
Entstehung
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347 Meine Blicke entfernten ſich von der Stelle, wo die⸗ ſelbe geweſen, und der hohe, einzeln ſtehende, graue Thurm, den man nach meinem unglücklichen Namens⸗ genoſſen naunte, und in welchem meine eigenen Zimmer gelegen hatten, ſtieg, wie der Letzte einer Kriegerſchaar, ernſt, rieſenhaft und einſam über die umliegenden Rui⸗ nen empor.

Der Wagen fuhr jetzt raſcher über die vernachläſſigte Straße hin und bog ein, wo der zu beiden Seiten weg⸗ geräumte Schutt die Anfahrt gegen den Thurm ge⸗ ſtattete. Zwei Minuten ſpäter, und ich ſtand in dem⸗ ſelben Zimmer mit dem allein noch lebenden Bruder. Ach, warum— warum kann ich nicht bei dieſem Auf⸗ tritte verweilen— bei dieſer Umarmung, dieſer Ver⸗ ſöhnung?— ach, noch iſt die Wunde nicht vernarbt, die mir gleich darauf geſchlagen wurde. Im erſten Augen⸗ blicke fand ich Gerald hochfahrend und trotzig; er er⸗ wartete von meiner Seite Vorwürfe und Herausforde⸗ rung— für dieſe war er verhärtet; aber er war nicht gefaßt auf meine Bitten um fernere Freundſchaft und mein Bedauern über das bisherige feindſelige Verhält⸗ niß, und mit einemmale wurde er weich.

Doch laßt mich darüber hinwegeilen. Beinahe hatte ich vergeſſen, daß ich an dem Schluſſe meiner Geſchichte noch auf eine ſo theure Erinnerung und einen ſo bitteren Schmerz ſtoßen würde. Schnell entwarf ich Gerald eine Skizze von dem unglücklichen Schickſale Aubrey's; aus⸗ führlich verbreitete ich mich dagegen über Montreuils ſyſtematiſchen, fluchwürdigen Einfluß auf den Verſtor⸗ benen und uns Mlle, und ſuchte Theilnahme an meiner