Teil eines Werkes 
2. Bd. (1845)
Entstehung
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308 Pachthofe. Pachthof! wie ſeltſam klang dieſes Wort, verbunden mit dem Namen eines ſo glänzenden, unru⸗ higen Mannes, in meinem Ohr. Ich fragte den Diener nach der Richtung, wo ich meinen Freund finden werde, und ging, ſeiner Weiſung folgend, allein weiter, den⸗ ſelben aufzuſuchen. Es war ein Tag gegen Ende des Herbſtes, hell, mild, klar und ruhig, wie die Neige eines kräftigen, geiſtvollen Greiſenalters. Ich ging langſam über ein ſeines goldenen Kornes beraubtes Feld hin und erblickte, als ich durch die Hecke eines zweiten trat, den Gegenſtand meiner Nachforſchung. Wie es ſchien, hatte er einem wie ein Taglöhner gekleideten Manne ſo eben einen Auftrag gegeben, der jetzt von ihm ging, und er näherte ſich mir mit zu Voden gerichteten Blicke. Wie langſam und gleichmäßig war der Schritt geworden, der nicht ſo ſtattlich, jedoch raſch und un⸗ gleich, den hohen, aber ungebundenen Ginn verrieth. Oft blieb er wie in Gevanken ſtehen und einmal hielt er länger, als ſonſt an und ſchien nachdenklich auf den Boden zu blicken. Wir kamen ſpäter, nachdem ich zu ihm getreten, noch einmal an dieſer Stelle vorüber, und mit heimlichem Lächeln bemerkte ich, daß ſich dort einer von den kleinen Hügeln befand, worin das ge⸗ ſchäftige Inſektenvolk, das ein Spott und Vorbild des geſellſchaftlichen Zuſtandes der Menſchen zu ſein ſcheint, ſeine wimmelnde Behauſung hat. In dem Stehenbleiben und der Beobachtung des mißvergnügten Staatsmannes neben dieſem Hügel ſchien ſich eine ſtille Lehre auszuſprechen, welche einen Schlüſſel zu der Att ſeiner Betrachtungen gab.