Teil eines Werkes 
2. Bd. (1845)
Entstehung
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ver Fülle ſeiner Macht— ſeiner Herrlichkeit— in dem blendenden Mittagsglanz ſeiner Perſon— ſeines Hofes — und Jſeines Ruhmes geſehen, ſo hätte mich vielleicht mein Stolz vorſichtiger gegen einen zu großen, oder wenigſtens zu augenſcheinlichen Eindruck gemacht; allein vie vielen Unglücksfälle des prachtliebenden Monarchen — unglücksfälle, in welchen er ſich größer gezeigt hatte, als in allen ſeinen vorhergehenden Triumphen und frü⸗ heren Erfolgen; ſein Alter— ſeine Gebrechlichkeit— gerade die Wolken, welche ſich um die untergehende Sonne ſammelten— eben das Freudengeheul um den ſterbenden Löwen— all das mußte zuſammenwirken, um die Achtung zur Ehrerbietung zu erhöhen und der Ehrerbietung einen Anſtrich von Ehrfurcht zu gehen. Ich ſah vor mir nicht nur die Majeſtät Ludwigs des Großen, ſondern die des Unglückes, der Schwäche, der Hinfälligkeit und des Alters, und ich vergaß über dieſer Vorſtellung, was unter anderen Umſtänden vielleicht meine Gefühle der Unterwürfigkeit abgeſtumpft hätte, nämlich die Verbrechen ſeiner Miniſter und den Druck, womit ſeine Regierung auf dem Volke laſtete! Ich ſuchte mich von der Befangenheit, welche ſich meiner bemächtigt, zu ſammeln, erhob meine Augen zu dem Könige und erblickte ein Geſicht, worauf die Spuren vder Schönheit, wegen deren ſein Mannesalter becühmt geweſen war, noch immer weilten; ſie war gebrochen, nicht zerſtört, und borgte ſogar von den Zeichen ver ſich mehrenden Jahre und von der ſichtbaren Erſchö⸗ pfung durch Leiden und Krankheit eine noch impoſantere Würde