Teil eines Werkes 
2. Bd. (1845)
Entstehung
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Wites, und ſehe, wie man vor Allem weit mehr ge⸗ neigt iſt, der Schwäche eines Menſchen zu erwähnen, ſtatt ſich über veſſen Tugenden zu verbreiten.“

„Allerdings,“ erwiderte Hamilton kaltblütig und ſchlug dabei auf ſeine Doſe—„allerbings, wir alten Leute lieben die Geſchichte mehr als die Dichtung, und Schwäche iſt etwas Gewiſſes, während Tugend immer etwas Zwei⸗ felhaftes bleibt.⸗

„Urtheilen Sie nicht über alle Menſchen,“ erwi⸗ derte ich,„nach den Beiſpielen, welche Sie unter den Höflingen Karls II. erlebten.“

„Gewiß nicht,“ entgegnete Hamilton.„Die Vor⸗ ſehung hatte noch nie ſo viele Schurken an einem Orte verſammelt, ohne ſie an den Galgen zu bringen. Der aber müßte in der That ein ſchlechter Beurtheiler der Menſchennatur ſein, der die Charaktere der Menſchen im Allgemeinen nach den Helden von Newgate und den Opfern des Tyburn abwägen wollte. Doch da kommt Ihr Biſchof. Adieu.“

„Wie!“ ſagte Fleury, indem er zu mir trat und Hamilton grüßte, der eben weggehen wollte,„wie, Graf Antoine! Sie hat doch wohl nur eine Grille heute hier⸗ her gebracht?“

„Nein,“ erwiderte Hamilton;„ich bin bloß aus dem Grunde hier, aus welchem die Armen in den Tem⸗ pel des Kaitan gehen— nämlich, um den D ampfder Leckerbiſſen einzuathmen, welche ich die Prie⸗ ſter verzehren ſehe.“

„Ha! ha! ha!“ lachte der gutmüthige Biſchof, nicht im mindeſten aus der Faſſung gebracht; und Graf Ha⸗

Bulwer, Devereur. II. 4