Teil eines Werkes 
2. Bd. (1845)
Entstehung
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42 Simmer, wo wir allein in einem großen Stuhle, den einen Fuß auf einem Schemel, neben dem Fenſter, in einer Stellung, welche mich ſehr an meine Mutter er⸗ innerte und allen frommen Frauen gewöhnlich zu ſein ſcheint, eine einfach gekleidete alte Frau fanden. Sie war nicht geſchminkt, trug eine Brille auf der Naſe un hatte auf einem kleinen Tiſche ein großes Buch vor ſich. Mit einem ſehr tiefen Bücklinge näherte ſich Fre⸗ jus, nahm mich bei der Hand und ſagte:„Will mir Ma⸗

dame erlauhen, ihr den Grafen Devereur vorzuſtellen?“

Frau von Maintenon erwiderte die Verbeugung mit einer Miene großer Sanftmuth und Herablaſſung.„Der Sohn der Madame la Maréchale von Devereux wirt mir immer ſehr willkommen ſein!“ Damit wandte ſie ſich gegen uns, deutete auf zwei Stühle und ſagte, wäh⸗ rend wir uns ſetzten:„Wie haben Sie meine vortreff⸗ liche Freundin verlaſſen?“

„Als ich meine Mutter das letztemal ſah, Mabame,

jetzt vor beinahe einem Jahre, war ſie geſund und trz⸗

ſtete ſich für die zunehmenden Jahre durch die Neigung ihre Gevanken von der Welt zu entwöhnen, was nach ihrem eigenen Ausdrucke der göttlichſte Troſt für das Alter iſt!“

„Bewundernswürdige Frau!“ ſagte Frau von Maintenon mit niedergeſchlagenen Augen;„wahrlich dies find die Geſtnnungen, woran ich die Marſchallin wieder erkenne. Und wie ſieht es um ihre Schönheit! Dieſe goldenen Locken und blauen Augen, dieſe ſchnee⸗ weiße Haut ſind, hoffe ich, den inneren Schönheiten noch nicht ganz gewichen!“

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