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37 legenheiten ves Staates gab, er keine Gelegenheit ver⸗ ſäumte, auch die kleinſte Nachweiſung hierüber zu er⸗ halten, und daß er das mündliche Geſpräch, worin er ſehr gewandt war, als Mittel gebrauchte, diejenige Um⸗ ſicht zu erlangen, welche er nicht die Geiſteskraft hatte, aus dem eigenen Verſtande zu erſchaffen, oder aus den Schriften Anderer zu entnehmen. Machte ihn dies zu einem oberflächlichen Staatsmann, ſo war er in Folge veſſen auch ſtets bereit, und nie gab es einen Miniſter, ver mit ſo wenig Mühe ſo glücklich geweſen wäre.
Als wir dem Ziele unſerer Beſtimmung näher kamen, ſprachen wir von dem Könige. Auf dieſem Punkte war ber Biſchof änßerſt vorſichtig. So pfiffig er war, haſchte ich dych ſo viel von ihm weg, daß es hohe Zeit ſei, jeden möglichen Nutzen aus der Bekanntſchaft mit Fran von Maintenon zu ziehen, und daß man nur ſchwer diejeni⸗ gen Orte genau zu errathen vermöge, wo nach dem Tobe des alten Königes die Macht ihren Sitz aufſchlagen werde, ſo daß vie tiefſte Politik gegenwärtig in Unthä⸗ tigkeit und Schweigen beſtehe.
Als wir aus dem Wagen ſtiegen und ich den erſten Schritt in den Palaſt that, drängte ſich mir unwilleür⸗ lich, aber mächtig das Gefühl von dem Geiſte der Um⸗ gebung auf. Ich ſtand in dem Umfange des mächtigen Hofes, der alle Strahlen des Genies, die ein halbes Jahrhundert ausgeſandt, in einem einzigen blendenden
* Bel ſeinem Tode erſchien folgendes Wortſpiel Floruit sine fructu, Defloruit sine luetu.
Der Herausgeber.


