„Wie ähnlich dies Fontenelle ſleht! Was er doch ein wiberſprechendes Weſen iſt! Er iſt der gutmüthigſte und gefühlloſeſte Menſch, den ich je kannte. Hamilton ſoll ihn beſſer bezeichnen, wenn es ihm möglich iſt!“
Die etwaige Antwort, welche der Freund des ritter⸗ lichen Grammont hätte geben können, wurde durch das Eintreten eines jungen Mannes von etwa einundzwanzig Jahren abgeſchnitten.
Von Geſtalt war dieſer Letztere klein, ſchmächtig und ſehr mager. In ſeinem Benehmen, wie in ſeinem Ausdrucke, lag ein gewiſſes Streben nach feinen Ma⸗ nieren, in welchem er jedoch nicht ganz glücklich war; obwohl er von den alten Witzköpfen mit großer Herz⸗ lichkeit und auf dem Fuße vollkommener Gleichheit auf⸗ genommen wurde, ging ihm doch jene nicht näher zu bezeichnende Miene, welche den Mann von Geburt ver⸗ räth, in demſelben Grade ab, als er ſie ſuchte. Dies konnte man indeſſen vielleicht der gewöhnlichen Uner⸗ fahrenheit der Jugend Schuld geben, die, wenn nicht unbeholfen ſchüchtern, doch gewöhnlich unbeholfen in ihrer Zuverſicht iſt. Was nun die Urſache ſein mag, der Eindruck verſchwand, ſobald er ſich in das Geſpräch ein⸗ ließ. Ich erinnere mich nicht, je einen Mann von ſo glänzendem, und doch ſo natürlichem Witze geſehen zu haben. Er hatte nur wenig von den gelehrten Anſpie⸗ lungen— den ſpitzigen Gegenſätzen— den klafſiſchen Metaphern, welche hauptſächlich die Witzköpfe der neue⸗ ren Zeit bezeichnen. Im Gegentheile war es eine aus⸗ nehmende, naive Einfachheit, die ſeiner Unterhaltung einen ſo unvergleichlichen Reiz und Zauber gab. Wäh⸗
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