wie Peter Huet, der in zwanzig Jahren für einen Prin⸗ zen zweiundſechzig Vände von Klaſſikern“ mit Anmer⸗ kungen verſah, welcher nie eine Zeile in einem derſelben las 7“
„Wir haben einige Gelehrte,“ antwortete Boling⸗ brore,„allein wir haben allerdings keinen Huet. Es iſt höchſt ſonderbar, aber die Gelehrſamkeit kommt mir wie ein Kreis vor; ſie wird ſchwächer, je weiter ſie ſich ausbreitet. Wir ſehen jetzt viele Leute, welche im Stande ſind, einen Commentar zu leſen, dagegen in der That ſehr wenige, welche fähig wären, einen ſolchen zu ſchreiben.“
„Gewiß,“ antwortete Huet und führte in ſeiner Erwiderung jene berühmte Vergleichung an, welche bis auf den heutigen Tag zu ſeinen glücklichſten Bonmots gerechnet wird.„Gelehrſamkeit, früher die ſchwierigſte und durchaus keine Unterſtützung findende Aufgabe des Genies, iſt jetzt gerade durch die Mühen der erſten Segler zu einer leichten, gewöhnlichen Vergnügungs⸗ reiſe geworden. Wer aber wollte die großen Männer, deren Eifer nicht nur aus den ſich ihnen bietenden Schwierigkeiten hervorging, ſondern ſie auch mit der Geduld und dem Muthe ausrüſtete, welche allein den wahren Sieg erringen helfen, mit den gleichgültigen Müßiggängern der jetzigen Zeit vergleichen, die, da ſie nur geringe Schwierigkeiten zu überwinden, auch keinen Ruhm zu erwarten haben? Was mich betrifft, ſo ſcheint mir zwiſchen einem Gelehrten von heute und einem ſolchen der Vorzeit derſelbe Unterſchied ſtattzufinden
* Die delphiniſchen Klaſſiker.
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