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„O, einen Abweſenden,“ rief Chaulien;„es iſt tauſenbmal pikanter, zu verleumden als zu verſpotten! Machen wir mit Sr. Majeſtät den Anfang; Graf De⸗ vereux, haben Sie, ſeit Sie hier ſind, Frau von Main⸗ tenon und ihr frommes Kind ſchon geſehen?“
„Nein!— die Prieſter müſſen um Erlaubniß ge⸗ fragt werden, ehe ein Wunder öffentlich gezeigt wird.“
„Wie!“ rief Chaulien,„wollen Sie andeuten, vie Frömmigkeit Sr. Majeſtät ſei wirklich nichts Geringeres als ein Wunder?“
„Unmöglich!“ ſagte Boulainvilliers ernſt,„Fröm⸗ migkeit iſt den Königen ſo natürlich als Schmeichelei ihren Höflingen; ſagt man uns nicht, vaß ſie nach Gottes Ebenbild gemacht ſeien!“
„Wäre dies wahr,“ ſagte Graf Hamilton etwas profan—„wäre dies wahr, ſo könnte ich die Unmög⸗ lichkeit des Atheismus nicht länger läugnen!“
„Pfui, Graf Hamilton,“ ſagte ein alter Herr, in welchem ich den großen Huet erkannte,„pfui— der Witz ſollte bei dem Gebrauche ſeiner Schwingen vor⸗ ſichtig ſein— ſein Feld iſt die Erde, nicht der Himmel.“
„Niemand kann beſſer ſagen, was nicht Witz iſt, als der gelehrte Abbé Huet!“ antwortete Hamilton mit ſpöttelnder Ehrfurcht.
„Pah!“ rief Chaulien,„ich dachte mir's, wenn wir einmal der Satire freien Lauf laſſen, würbe ſie uns péle-méle gegen einander werfen. um Ihnen aber dieſen Tropfen Citronenſäure zu verſüßen, lieber Huet, will ich mich an Lord Bolingbroke wenden und ihn fragen, ob England einen Gelehrten aufzuweiſen habe


