Teil eines Werkes 
1. Bd. (1845)
Entstehung
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394 ſeine Schuld vorzuwerfen und im Kampfe auf Leben und Tod durch des Schwertes Spitze deren irdiſche Ausgleichung zu ſuchen. Ich erſpare dem Leſer die Schilderung der furchtbaren Kämpſe, welche Natur, Gewiſſen, alle Bedenklichkeiten und Vorurtheile der Erziehung und des Blutes mit dieſem blutdürfligen Entſchluſſe zu beſtehen hatten, deſſen Ruchloſigkeit ich mit dem Namen der Sühne für Iſora zu umhüllen mich bemühte. Es genüge die Bemerkung, daß ich dieſen Entſchluß zuletzt aufgab; ich that dies, weil trotz meiner überzengung von Geralds Schuld ein nicht grundloſer Zweifel immer noch durch den Umſtandunterſtützt wurbe, daß mir der Mörder kleiner als Gerald geſchienen hatte; auch war mir der Mann, den ſch in jener Nacht ver⸗ folgt, in welcher ich die Wunte erhalten, welche Iſorg an meiv Krankenbett geführt hatte, und der, wie ich natürlich glauben mußte, mein Nebenbuhſer war, nicht

nur ebenfalls ſchmächtiger und kleiner, als Geralt,

ſondern auch von ziemlich gleicher Geſtalt mit dem Mörter vorgekommen.

Dieſer einzige Umſtand, der meinen übrigen Em⸗ pfindungen widerſprach, trug, ſage ich, mehr dazu bei, daß ich den Gedanken einer perſönlichen Rache an Ge⸗ rald aufgab, als die Gründe, welche Tugend und Re⸗ ligion hätten eingeben ſollen. Des heftige Verlangen nach Rache iſt die ruhigſte von allen Leibenſchaften, und die einzige, welche Gewißheit von dem Verſtande fordert, ehe ſie ihren Sturm losläßt und deſſen Ein⸗ gebungen folgt. Der Schlag, der Iſora rächen ſollie, durfte, ſo hatte ich beſchloſſen nicht cher fallen, als bis

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