Teil eines Werkes 
1. Bd. (1845)
Entstehung
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36 jetzt ſehr zu ſtatten. Meine Prüfung war zu Ende— meine letzte ſchriftliche Arbeit geleſen. Ich verbeugte mich und kehrte an vas andere Ende des Saales zurück Ich war nicht ſo beliebt wie Gerald— ein dichter Haufen drängte ſich um ihn her; ich ſtand allein. Wie ich ſo mit übereinander gelegten Armen und einem Ge⸗ ſichte, das, wie ich wohl fühlte, wenig von meinen inneren Bewegungen verrieth, mich gegen eine Säule lehnte, begegnete mein Blick Gerald. Er war ſehr blaß, und ich konnte ſehen, wie ſeine Hand zitterte. Trotz unſerer Feindſchaft hatte ich Mitleid mit ihm. Die ſchlimmſten Leidenſchaften werden durch den Triumph ge⸗ mildert, und ich ſah voraus, daß der meinige nahe war.

Die ganze Prüfung war vorüber. Jeder Knabe hatte ſie überſtanden. Die Lehrer zogen ſich einen Augenblick zurück— ſie erſchienen wieder und nahmen ihre Plätze ein. Der erſte Laut, den ich hörte, war mein eigener Name. Ich war der Sieger des Tages— ich war mehr — um hundert Noten war ich meinem Bruder voraus. Mein Kopf ſchwindelte— der Athem verließ mich. Ich habe ſeit jener Zeit manche Prüfungen im Leben be⸗ ſtanden, manche Triumphe erlebt, aber nie war ich ſo überwältigt wie in jenem Augenblicke. Ich verließ den Saal— ich hörte kaum den Beifall, von dem er wieder⸗ hallte. Ich eilte auf mein Zimmer und warf mich in einem wahnſinnigen Rauſche des Eutzückens auf das Bett, wie ſolches nur die Erwiderung der erſten Liebe ober die Befriedigung der erſten Eitelkeit gewähren kann. „ Ach! es verlohnte ſich, unſere Leivenſchaften auf⸗

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