Teil eines Werkes 
1. Bd. (1845)
Entstehung
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Stunde früher zur Welt gekommen als mein Bruder; und Gerald ſelbſt ſah es als eine Art von Betrug— eine Art Prellerei an, durch die er des Vorrechtes der Erſtgeburt verluſtig gegangen. Dies wucherte ſehr frühe in ſeinem Herzen, und er wurde ſo ſehr vor mir be⸗ vorzugt, daß meine guten Eltern, ſtatt dieſe ſeine ſo unſelige Empfindung auszurotten, ſich kein Gewiſſen daraus machten, meine frühere Geburt zu beklagen. Ich glaube, der wahre Grund, weßhalb wir dem häus⸗ lichen Unterrichte des Abbe(der ein ausgezeichneter Leh⸗ rer war) entzogen und nach der Schule geſchickt wurden, lag allein darin, damit mein Oheim nicht mehr Alles zu meinen Gunſten entſcheiden könne. Montreuil be⸗ gleitete uns indeſſen in unſere Anſtalt und blieb die drei Jahre bei uns, während wir den Segen der Erziehung in uns zu vervollkommnen ſuchten.

Am Ende des zweiten Jahres wurde demjenigen ein Preis ausgeſetzt, der eine ſehr ſtrenge Prüfung am beſten beſtehen würde; zwei Monate, ehe dieſelbe ſtattfand, gingen wir auf wenige Tage nach Hauſe. Nach Tiſche forderte mich mein Oheim zu einem Spaziergange mit ihm in dem Parke auf. Ich gehorchte; wir ſchlenderten das Ufer eines Baches entlang, der den Anlagen zur Zierde gereichen ſollte. Hier brach mein Oheim zum erſtenmale das Schweigen.

„Morton,“ ſagte er mit einem Blicke auf ſein linkes Bein,„Morton— laß ſehen— Du biſt jetzt in einem verſtändigen Alter— mindeſtens Vierzehn.“

„Fünfzehn, wenn Sie erlauben, lieber Oheim,“ ſagte ich und richtete mich zu meiner ganzen Höhe auf.

meine