weſen, kann ich nicht ſagen— aber noch ehe ich zehn Jahre alt war— war ich der Gegenſtand des Verza⸗ gens und ſchlimmer Ausſichten für meine Verwandte. Mein Vater ſagte, ich habe über la glorie et le grand monarque gelacht, als er mir zum erſtenmale den Werth von jenem und die Größe von dieſem auseinander zu ſetzen verſucht. Die Gräfin ſagte, ich habe weder das Auge meines Vaters, noch ihr Lächeln— ich ſei lang⸗ ſam im Lernen und vorſchnell mit meiner Zunge, und in dem ganzen Hauſe war das Lieblingsthema: meine außerordentliche Rohheit und meine giftigen Antworten. Montreuil theilte bei ſeinem Eintritte in unſere Fa⸗ milie nicht nur die herrſchende Gefinnung gegen mich, ſondern begünſtigte und näherte dieſelbe auch; ob in Folge des ſeiner Gemüthsart ſo angenehmen Syſtems Divide et impera, oder aus bloßer Liebe für Einmi⸗ ſchungen und Intriguen, welche ihm, wie Alberoni, eben ſo in kleinen, wie in großen Kreiſen anklebte, war da⸗ mals nicht ganz augenſcheinlich; nur ſo viel war gewiß, daß er die Uneinigkeiten anfachte und den Bruch zwiſchen meinen Brüdern und mir erweiterte.— Ach! nach Allem glaube ich, daß mein Verbrechen in meiner Auf⸗ richtigkeit beſtand. Ich hatte einen freimüthigen Geiſt, den keine Furcht bändigen konnte, und für jede Züchti⸗ gung meiner Knabenſtreiche rächte ich mich dadurch, daß ich die Wahrheit über meine Beſtrafer ſagte. Sprecht mir nicht von dem Schmerz, den ungegründete Ver⸗ leumdung verurſacht; nichts iſt der feinen Haut der Eitelkeit ſo zum Tod empfindlich, als die Berührung mit einer rauhen Wahrheit!
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