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24 Drittes Kapitel.
Eine Veränderung im Benehmen und Charakter— Schlimme Neigungen bringen bisweilen eine gute Wirkung hervor, und im Gegentheile iſt bei einer Aenderung zum Beſſeren in dem Betragen nicht ſelten etwas Verderbliches der Seele mit Urſache; denn die Gefühle ſind ſo miteinander verbunden, daß wir bei Unterdrückung der anderen unangenehmen Empfindungen oft auch diejenigen unterdrücken, welche an ſich liebenswürdig ſind.
Mein Zwillingsbruder Gerald war ein ſchlanker, ſtarker, hübſcher Junge, voll Eifer für die orthodoren akademiſchen Studien und von außerordentlich ſchneller Faſſungskraft. Nichts deſto weniger war er von Natur in Allem, was ſeinem Geſchmacke nicht zuſagte, läſſig, liebte das Vergnügen, und neben vielem perſönlichen Muthe ging ein gewiſſer Zug von Unentſchloſſenheit hin, der es einem kalten und entſchloſſenen Geiſte leicht machte, ihn einzuſchüchtern und zu überreden. Auch kann ich mich des Gedankens nicht erwehren, daß, ſo tüchtig er war, dieſer ſeiner Geſchicklichkeit doch wahre Tiefe abging, und daß ſein Talent von jener mechani⸗ ſchen, ſchnell faſſenden Art war, die Wunderknaben, aher nur mittelmäßige Männer macht. In jeder andern Familie hätte er für die Schönheit gegolten, — in der unſrigen galt er für das Genie.
Mein jüngſter Bruder, Aubrey, war, was den Geiſt ſowohl, als den Körper betrifft, ganz anderer Art nach⸗ denklich, ſanft, empfindlich, ſcharfſinnig, hatte er einen unſicheren, gleichſam weiblichen Muth und eine Neigung zum Leſen, die mit der Laune jeder Stunde wechſelte. Er war der Schönſte von uns Dreien und der Liebling
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