Teil eines Werkes 
1. Bd. (1845)
Entstehung
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„Um ſie zu unterrichten, mein lieber Sir William,“ entgegnete meine Mutter.

„Ah, ah! daran habe ich nicht gedacht; recht, recht!“ ſagte mein Oheim kleinlaut, und es entſtand eine Pauſe. Meine Mutter betete ihren Roſenkranz; mein Oheim verſank in Nachdenken; mein zweiter Bruder kneipte mich unter dem Tiſche in das Bein, was ich durch einen leiſen Fußtritt erwiderte, und mein jüngſter Bruder heftete ſeine großen, dunkeln, ſprechenden Augen auf ein ihm gegenüber hängendes Gemälde der heiligen Familie.

Mein Oheim brach das Schweigen; er that es mit einem plötzlichen Auffahren.

„Potz Fiſch, Madame“(mein Oheim kleidete, wie ſich ſelbſt, ſo auch ſeine Flüche etwas nach dem Beiſpiele Karls II.)—„potz Fiſch, Madame, ich habe mir einen beſſeren Plan ausgedacht; ſie ſollen Unterricht erhalten, ohne deßhalb in die Schule zu gehen.“

„Und wie, Sir William?“

„Ich will ſie ſelbſt unterrichten, Madame,“ und Sir William täſchelte die Wade des geliebkosten Beines.

Meine Mutter lächelte.

„Nun, Madame, Sie mögen lächeln; waren doch ich und Lord Dorſet die erſten Gelehrten unſerer Zeit; Sie ſollen mein Luſtſpiel leſen.“

„Thun Sie das, Mutter,“ ſagte ich,„leſen Sie das Stück. Soll ich ihr einige ber varin vorkommenden Witze ſagen, Oheim?“

In einem vorgefühlten Entſetzen ſchüttelte meine Mutter den Kopf und erhob verweiſend den Finger. Mein Oheim ſagte nichts, winkte mir aber zu; ich ver⸗

Bulwer, Devereux, I. 2