es ohne meine Einwilligung thuu: es iſt beſſer, wenn ich mich mit guter Manier füge.—„Gewiß!“ ant⸗ wortete ſie mit gleichgültiger Miene.
Vorodaile öffnete und las den Brief. Eec lautete wie folgt:
„Sie haben mir ein Gefühl eingeflößt, welches mich in Erſtaunen ſetzt. Ach, warum muß die Liebe die ſtärkſte ſein, welche am ſchnellſten wächst? Ich glaubte Lord Vorodaile zu lieben— jetzt achte ich ihn nur— die Liebe iſt zu Ihnen geflohen. Weun ich Ihre Worte und Blicke richtig dente, ſo wird Ihnen dieſes Geſtänbniß nicht unangenehm ſein. Kom⸗ men Sie und verſichern mich in Perſon von einer überzeugung, die meinem Herzen ſo theuer iſt.
C. L. M.“
„Eine ſehr hübſche Ergießung des Gefühls!“ ſagte Lord Borodaile ſarkaſtiſch, indem er ſeine innere Wuth nur durch die zunehmende Bläſſe ſeines Ge⸗ ſichts und ein leichtes Zuſammendrücken der Lippen zeigte:„Ich vanke Dir für Dein Vertrauen,“ ſagte er,„Alles, was ich fordere, iſt, daß Du dieſen Brief erſt morgen abſenveſt. Erlaube mir, erſt von Dir Abſchied zu nehmen und in Linden mehr einen Nach⸗ folger, als einen Nebenbuhler zu finden.“
„Deine Bitte, mein Freund, iſt nicht mehr als gerecht,“ ſagte La Meronville ihr Haar ordnend. „Ich ſehe, daß Du Dich auf ſolche Anordnungen verſtehſt; und ich für meinen Theil denke, daß das Ende der Liebe ſtets der Anfang der Freundſchaſt ſein ſollte— laß es bei uns ſo ſein!“


