Teil eines Werkes 
2. Bd. (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

3

niedergefallenen Handſchuh aufheben, in Wirklichkeit aber, um ihr Geſicht vor Lord Borobaile's forſchen⸗ den Blicken zu verbergen, ſiel der eben geſchriebene Brief aus ihrem Buſen. Lord Borodaile entdeckte die Aufſchrift, und ehe La Meronville den Brief wiebererlangen konnte, hatte er ſich ſchon in den Beſitz deſſelben geſetzt.

A Monsieur Monsieur Linden! ſagte er kalt, indem er die Adreſſe las;und ſage mir doch ge⸗ fälligſt, wie lange Du mit dieſem Herrn correſpon⸗ dirt haſt?

Nun war La Meronville's Lage in bieſem Augen⸗ blick keineswegs angenehm. Sie ſah mit einem Blick, daß keine Lüge oder Liſt ihr helfen werde, denn Lord Borodaile konnte ſich für vollkommen gerechtfertigt halten, den Brief zu leſen, der jeber beſchönigenden Ausſage, die ſie vorbringen konnte, widerſprechen mußte. Sie ſah dies. Sle war ein unabhängiges Frauenzimmer ſie kümmerte ſich jetzt keinen Stroh⸗ halm um Lord Borovaile, obgleich fie früher Nei⸗ gung für ihn empfunden hatte ſie wußte, daß ſie ihren bon ami aus ganz London wählen könne, und erwiderte:Das iſt der erſte Brief, den ich je an ihn ſchrieb; aber ich geſtehe, daß es nicht der letzte ſein wird.

Lord Borovaile wurbe blaß.Und willſt Du mir erlauben, ihn zu leſen? ſagte er, denn ſelbſt in ſolchen Fällen beſaß er das ſtrengſte Ehrgefühl.

La Meronville zauderte. Sie kannte ihn nicht. Wenn ich nicht einwillige, dachte ſie, ſo wird er