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Laſter mit meiſterhafter Heuchelei— und für die, welche ihm zu theuer waren, um ſie ſich zu verſagen, oder zu ſchwer zu verbergen, erhielt er Verzeihung vermöge der Tugenden, deren Schein anzunehmen ihn wenig koſtete. Da er die gottesdienſtlichen Verſammlungen regelmäßig beſuchte— einen ſtrengen Glauben heu⸗ chelte, der noch über die Lehrſätze der orthodoren Kirche hinausging— ſtets zu milden Zwecken unter⸗ ſchrieb, wo das Publikum die Gabe erfuhr— metho⸗ biſch ſtrenge auf die Formen des Geſchäfts hielt— ſehr ſorgfältig in der Anwendung ſchicklicher Aus⸗ drücke war— gaſtfrei wenigſtens gegen Vornehmere— und freundlich in ſeinem Temperament und in ſeiner Anrede, ſowie leutſelig gegen ſeine Untergebenen— ſo war es kein Wunder, daß ein Theil der Welt dem reichen und jungen Manne die Unregelmäßigkeiten der Verſchwendung vergab— daß der andere wirk⸗ liche Immoralität zu Guuſten der erheuchelten Reli⸗ gion vergaß— und daß die ührigen die beſtändige Vortrefflichkeit der Worte als eine Sühne für Fehler eines Betragens annahmen, welches ihnen keinen Ein⸗ trag that.
„Es iſt wahr, daß er die Weiber zu ſehr liebt,“ ſagten ſeine Freunde;„aber er iſt jung— er wird heirathen und ſich beſſern.“
Crauford heirathete auch wirklich— und ſeltſam genug, aus Liebe— wenigſtens aus jener thieriſchen Liehe, deren er allein fähig war. Nach wenigen Jahren der üblen Behandlung von ſeiner Seite und der Dul⸗ dung von Seiten ſeiner Frau, trennten ſie ſich. Ihrer


