Teil eines Werkes 
1. Bd. (1845)
Entstehung
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ich lieber der Arbeit der Seele entſagt und mich der Körperarbeit gewidmet— hätte ich lieber unter dem Ange des Phöbus geſchwitzt, als mein Herz verzehrt mit Kreuz und Sorgen— als Wahrheit geſucht beim Mangel an Brod— zu der Dürftigkeit noch Ernie⸗ vrigung hinzugefügt— verletzt durch die Anmaßung verer, die in den flachen Schalen ihrer magern Kennt⸗ niß das Produkt des überſchwänglichen Gedankens und der harten Stunden abwägen, wofür ich Geſundheit und Schlaf hingegeben und den Geiſt aufgerieben— als das Lvos derjenigen getheilt, die die alte Schlange des Böſen hezaubern wollen, welche ſich weigert, der Stimme des Beſchwörers zu gehorchen— als gegen das Vorurtheil und die bigotte Täuſchung der ge⸗ blendeten und gefeſſelten Heerde anzukämpfen, der wir in unſerer thörichten Hoffnung Licht und Freiheit zu

nachläſſigung ſeiner Zeitgenoſſen beklagt, wie kann der Philo⸗ ſoph, der über ſein Jahrhundert hinausgeht, hoffen, ehe die Zeit zu dem Maße ſeiner Erkenntniß heranwächst, geſchätzt zu werden, da er noch nicht einmal verſtanden wird? In der Literatur, wenn ſie nicht mit moraliſchen oder politiſchen Raiſonnements gemiſcht iſt, herrſchen verhältnißmäßig wenig Vorurtheile und noch weniger feindliche Intereſſen. Aber in der Wiſſenſchaft tritt der Neuerer überall auf lange gehegte Lieblingsmeinungen; er iſt von der Heiligkeit des Irrthums umgeben. Da wir die Auf⸗ regung lieben, ſo ſchnappen wir nach Neuheit in der Fiktion; für die Exiſtenz der gegenwärtigen Lehrſätze eingenommen, ſchau⸗ dern wir vor einer neuen Wahrheit zurück. Glücklich, wer nur vernachläſſigt— nicht verfolgt wird und verhungern muß! Glück⸗ lich, wer bei arkadiſchem Wohlſtande nach Muße über die Sub⸗ tilitäten der Gelehrten nachdenkt! Er möge nicht klagen, daß ſein Wiſſen nutzlos iſt, ſondern ſich freuen, daß er bei den Wiſſen⸗ ſchaſten nicht verhungert.