Teil eines Werkes 
1. Bd. (1845)
Entstehung
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72 wo das Land einen ganz verſchiedenen Charakter an⸗ nahm; die Wälder und wüſten Ebenen waren nicht mehr ſichtbar, ſondern eine weite und ziemlich un⸗ erfreuliche Fläche des Landes lag vor ihnen. Nur hie und da unterbrachen wenige einzelne Bäume die Einförmigkeit der weiten Felder und ſpärlichen Hecken⸗ reihen, und in entfernten Zwiſchenräumen erhoben ſich die ſchlanken Thürme der einzelnen Kirchen gleich Gebeten, deren Symbol ſie vielleicht waren, um ſich mit dem Himmel zu miſchen.

Der Zigeuner blieb ſlehen.„Ich begleite Sie nicht weiter,“ ſagte er;„Ihr Weg geht geradeaus und Sie werden W. vor Mittag erreichen; lehen Sie wohl und Gott ſei bei Ihnen!“

„Leben Sie wohl!“ ſagte der Jüngling, mit Wärme die ihm dvargereichte Hand drückend.„Wenn wir uns wiederſehen, wird wahrſcheinlich ein intereſſantes Räthſel gelöst ſein, nämlich, ob Ste nicht der Ca⸗ ravane überdrüſſig ſind und ich der Welt!“

„Das Letzte iſt wahrſcheinlicher als vas Erſtere,“ ſagte der Zigeuner,„denn es iſt viel eher zu erwar⸗ ten, daß man Anberen überbrüſſig wird, als ſeiner ſelbſt. Ich will die alten Verſe verändern und Ih⸗ nen meiner alten Gewohnheit nach in Verſen Lebe⸗ wohl ſagen:

Geh, ſetz auf flücht'gen Reichthum deinen Sinn,

Streb' zu den Gipfeln auf des ſtolzen Ruhms;

Doch gib mir Freiheit und Geſundheit nur, Das iſt die volle Summe meines Wunſches!“

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