des Fremden. Obgleich nicht ſchön, war es doch eigenthümlich und von einnehmendem Ausdruck; die Stirn war vorragend, die Augenbraunen hingen über die Augen, welche groß, und ungleich denen des Zigeunergeſchlechtes im Allgemeinen, mehr ruhig als glänzend waren; das Geſicht, obgleich von der Sonne verhrannt, war nicht ſchwärzlich und ſehr ſorg⸗ fältig raſirt, ſo daß das volle braune Haar, welches mehr in Maſſen als in Locken zu beiden Seiten ſeiner glatten und glühenden Wangen niederfiel, den vollen Vortheil des Contraſtes hatte. Er war etwa fünf⸗ unddreißig Jahre alt, und obgleich ſein Anſehen und ſeine Miene gewiß nicht vornehm und ariſtokratiſch waren, ſo ſtanden ſie doch weit über denen ſeiner Kameraden, die in jeder Hinficht der gewöhnlichen Claſſe der Zigeuner angehörten; die liſtigen und funkelnden Augen, das rabenſchwarze Haar, die glän⸗ zend weißen Zähne, die gebräunte Farhe, die kleine, ſchlanke, lebhafte Geſtalt, waryn ebenſo ſehr ihre unterſcheidenden Merkmale, als das Zeichen ihrer ganzen Horde.
Aber gegen dieſe bildete vas Ausſehen des Jüng⸗ lings einen auffallenden und ſchönen Gegenſatz. Er hatte erſt eben die Knabenjahre zurückgelegt, vielleicht mochte er achtzehn Sommer erlebt haben, vielleicht noch nicht ſo viele. Er hatte nach dem Vorgange ſeines Gefährten und vielleicht aus mißverſtandener Höflichkeit gegen ſeine neue Geſellſchaft ſeinen Hut abgenommen und die Stellung, die er gewählt, zeigte vollkommen den edlen und geiſtreichen Umriß ſeines
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