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für meinen Theil glaube, wenn wir auß gleiche Weiſe nach der Natur zeichnen, ſo können wir die Tugend nicht weniger anziehend machen als den Ruhm over die Liebe; denn ich halte mit Plato,„daß ſie eine ſo göttliche Schönheit an ſich hat, daß, wenn ſie unſeren Augen körperlich vorgeſtellt würde, ſie augen⸗ blicklich die Verehrung unſerer Seelen in Anſpruch nehmen müßte.“ Und wie kann ich denn glauben, daß, wo ſo viel Liebenswürdigkeit in dem Original liegt, es unmöglich ſein ſollte, der Copie irgend ein Intereſſe mitzutheilen? Noch ein Wort über den Charakter, deſſen Sie erwähnen. Es ſcheint mir, als verbände ſich ein literariſcher Irrthum des Zeit⸗ alters mit den romantiſchen und ſentimentalen Ge⸗ fühlen, die uns intereſſiren und beſchäſtigen, ein miſanthropiſcher und verachtungsvoller Geiſt— als ob ſie von Natur und durch Nothwendigkeit verbun⸗ den ſeien. Mit dieſem Irrthum der Bildung des Charakters, wovon wir reden, habe ich mich zu be⸗ gnügen verſucht. Ich habe Algernon Mordaunt alle die Geſühle zugeſchrieben, die man gewöhnlich den Miſanthropen beilegt: Stolz, Zurückhaltung, Ungeſel⸗ ligkeit, ein Temperament, welches ſich leidenſchaftlich der Einſamkeit hingibt, und unfähig wegen ſeiner Ro⸗ mantik, ſeiner Verfeinerung, ſeiner Melancholie, ſich leicht in den Umgang mit Andern zu fügen. Zu dieſen Charaktereigenthümlichkeiten(die ich, was ich beſonders anführen zu müſſen glaube, nicht als Zierden, ſon⸗ dern als Flecken betrachte) kamen die Eigenthümlich⸗ keiten der Umſtände, welche berechnet ſind, ſie noch


