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und nur durch außerordentliche Heiterkeit von ver Ab⸗ geſchmacktheit zu befreien find, würden durchaus ge⸗ ſchmacklos werden, wenn ſie die geringſte Färbung von einem Temperamente erhielten, dem, wie meine Freunde boshaft behaupten, nichts weniger eigen iſt als Heiterkeit. Fürs Erſte ſoll daher mein Held we⸗ nig mit dem Autor gemein haben; zweitens ſoll er im äußeren Temperamente für die ſchimmernden Ab⸗ wechſelungen des Lebens geeignet ſein, obgleich er hinreichende verborgene Beobachtungen beſitzt, um aus den Thorheiten, die er beobachtet und ſelbſt theilt, den Nutzen des Nachdenkens zu ziehen. Selbſt ſeine Fehler ſollen Unterhaltung gewähren, und ver⸗ möge derſelben kann er ohne die Formalität eines Lehrers Velehrung ertheilen. Weun die Philoſophie in die heiteren Gewänder eines anſcheinend unbekehrten Polemon gekleidet iſt, ſo mag ſie einige Zuhörer finden, die ſich mit Widerwillen von den ſtrengen Lehren eines anerkannten Fenokrates abwenden würden. Freilich werde ich bei den Laſtern und Tugenden dieſes Helden keine Veranlaſſung zur eigenen egviſtiſchen Verſchöne⸗ rung finden, aber über dieſen Punkt kann ich mich leicht tröſten. Ich habe nie gewünſcht, die Welt mit der Schilderung meines Charakters, ſo wie der Exeentri⸗ eität oder der Geheimniſſe deſſelben zu beglücken; auch würbde ich nie geneigt ſein, mich ſelber in der Perſon eines Romanhelden zu verkörpern oder darzuſtellen; doch bie Welt kann dies nicht wiſſen, und es iſt längſt ein ſehr beliebter Fehler der Kritik geworden, den Helden mit dem Antor zu verwechſeln und zu ver⸗


