Teil eines Werkes 
2. Bd. (1845)
Entstehung
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Gnade den gewöhnlichen Lauf der Natur ſo geordnet, daß der abhängige Pfad, je mehr wir dem Grabe uns nahen, unſern Füßen eben und ſanft gemacht wird; je mehr der Nebel der Erde von unſern Blicken ſchwindet, verliert der Tod das falſche Außere des Geſpenſtes, und wir finken zuletzt in ſeine Arme, wie ein müdes Kind an den Buſen ſei⸗ ner Mutter.

Mit ſchwerem Herzen borchte Lady Florence auf

den eintönigen Schall des Uhrpendels, welcher das Scheiden der wenigen, zwar noch nicht koſtbaren, aber ihr doch nur ſparſam zugemeſſenen Zeit ver⸗ kündete. Ihr mit den Händen bedecktes Geſicht beugte ſie über einen kleinen Tiſch am Sopha und gab ſich ſchwermüthigen Gedanken hin. Das hohe Haupt war gebeugt; die elaſtiſche Geſtalt, welche einſt zur Majeſtät und zum Befehl geboren ſchien, war entnervt; keine Freunde waren nah, denn Flo⸗ rence hatte nie Freunde gehabt. Einſam war ihre Jugend geweſen und einſam waren ihre Todesſtunden.

Als ſie ſo ſinnend daſaß, erſchütterte der Schall der Wagenräder leicht das Zimmer; dann entſchwand derſelbe und der Wagen hielt an der Thür. Florenee ſah auf.„Nein, es kann nicht ſein,“ murmelte ſie vor ſich hin; während ſie aber ſprach, flog eine ſchwache Nöthe über ihre eingeſunkene und gewelkte Wange, und ihr Buſen, gleichſam„zu groß für ſeine zuſammengeſchrumpften Verhältniſſe“, hob ſich unter ihrem Kleide. Es herrſchte ein Schweigen, das ihr unenplich zu ſein ſchien; ſie wandte ſich mit tiefem