ſich mit ihr jeden Abend, allein alle Welt hätte ihr Geſpräch vernehmen könuen. Das Mitgefühl, welches einſt zwiſchen dem jungen Träumer und der ſtolzen, unzuſriedenen Frau beſtand, war in mancher Hinſicht verſchwunden. Maltravers für große Zwecke erwacht, war nicht länger ein Träumer. Valerie war an das Leben voll Kleinigkeiten, vor welchem ſie einſt Ekel empfand, gewöhnt worden und hatte ſich die Ge⸗ bräuche und Gedanken deralltäglichen Welt angeeignet; ſie hatte die überlegenheit der Lebenserfahrung nicht länger vor Maltravers voraus, ſeine Romantik war in der Beredſamkeit nüchterner geworden und ihr Ohr war auch ſtumpfer gegen deren Töne. Dennoch em⸗ pfand Ernſt an ihr eine tiefe Theilnahme und auch ſie ſchien Stolz wegen ſeiner Laufbahn zu fühlen.
Eines Abends hatte ſich Maltravers einem Kreiſe angeſchloſſen, worin Frau von Ventadvur mit mehr als gewöhnlicher Lebhaftigkeit den Vorfitz führte und worin ſie in ihrer netten, weiblichen, durchaus fran⸗ zöfiſchen Weiſe über hundert Gegenſtände Geſetze gab — über Philoſophie, Poeſie, Seore⸗Parzellan und das eurvpäiſche Gleichgewicht. Ernſt hörte angenehm unter⸗ halten, aber nicht entzückt ihr zu. Valerie zeigte ſich an dem Abend nicht natürlich, ſie ſprach mit er⸗ zwungener, lebhafter Stimmung.
„Wohlan,“ ſagte Frau von Ventadour zuletzt, indem ſie vielleicht der von ihr geſpielten Rolle müde war und eine lebhafte Beſchreibung des vamaligen franzöfiſchen Hofes plötzlich beſchloß—„wir müſſen uns ſchämen. Unſer Geſpräch hat die Mufik unt⸗n
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