Teil eines Werkes 
1. Bd. (1845)
Entstehung
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Antlitz war ſchön, in den kleinen, kindiſchen Zügen ſogar fehlerlos, allein der Ausdruck erweckte ein pein⸗ liches Gefühl er war durchaus leer. In der Ruhe bot er beinahe den Schein des Blödſinns; wenn ſie aber ſprach oder lächelte, oder nur eine Muskel be⸗ wegte, ſo wieſen Augen, Farbe und Lippen eine Leb⸗ haftigkeit, welche den Beweis gab, der Verſtand ſei vorhanden, obgleich nur unvollkommen erwacht.

Vater, ſagte ſie in ruhiger Stimme,ich habe keins geſtohlen; ich hätte nur gerne etwas genommen, wußte aber, daß Sie mich alsdann ſchlagen würden.

Wozu brauchſt Du Geld?

Um Eſſen zu kaufen, wenn ich hungrig bin.

Sonſt nichts?

Ich weiß nicht.

Das Mädchen ſchwieg.Warum, begann ſie wieder nach einer Pauſe,laſſen Sie mich nicht in bie Fabrik gehen, damit ich dort mit den andern Mädchen arbeite? Dort würde ich Geld für Sie und mich erwerben.

Der Mann lächelte; ſein Lächeln ſchien alle widri⸗ gen Züge ſeines Geſichts in plötzliche Bewegung zu bringen.Kinb, ſagte er, Du biſt gerade fünfzehn Jahre alt und albern genug; vielleicht ließeſt Du mich im Stich, wenn Du in die Fabrik gingeſt; was ſollte ich ohne Dich anfangen? Nein, da Du ſo ſchön biſt, kannſt Du Dir Geld auf eine andere Weiſe erwerben.

Das Mädchen ſchien dieſe Anſpielung nicht zu verſtehen; ſie wiederholte mit leerem Ausdruck:Ich möchte in die Fahrik gehen.

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