Teil eines Werkes 
2. Bd. (1845)
Entstehung
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ſchien. Unzählige Gedanken verſchiedener Art drängten ſich in Rienzi's Bruſt; die Erinnerung war in ſeinem

Inneren geſchäftig. Wie oft hatte er in ſeiner Jugend

dieſelbe Stelle betreten!— welche Träume hatte er genährt!— welche Hoffnungen gefaßt! In dem un⸗ ruhigen Treiben ſeines ſpäteren Lebens hatte das An⸗ denken lange geſchlafen; aber in dieſer Stunde machte es ſeine Herrſchaft mit einem beinahe prophetiſchen Deſpotismus geltend. Er wandelte als Knabe Hand in Hand mit ſeinem jüngeren Bruder Abends an dem Ufer des Fluſſes hin; bald ſah er ein blaſſes Antlitz und eine blutende Seite und ſtieß wieder ſeine Racheverwün⸗ ſchungen aus! Seine erſten Erfolge, ſeine jugend⸗ lichen Triumphe, ſeine geheime Liebe, ſein Ruhm, ſeine Macht, ſein Unglück, die Einſiedelei von Maiella, der Kerker in Avignon, ſeine triumphirende Rückkehr nach Rom— Alles dieſes trat mit einer Klarheit vor ſeine Seele, als ob er dieſe Seenen noch einmal vurchlebte!— und jetzt!— er ſchrack vor der Ge⸗ genwart zurück und ſtieg den Hügel hinab. Der bereits aufgegangene Mond goß ſein Licht auf das Forum herab, als er durch deſſen unordentliche Trümmer ſchritt. Neben dem Tempel des Jupiter tauchten plötzlich zwei Geſtalten auf; das Mondlicht fiel auf ihre Ge⸗ ſichter, und Rienzi erkannte Cecco del Veechio und Angelv Villani. Sie ſahen ihn nicht, ſondern verſchwanden in lebhaftem Geſpräche hinter dem Bogen des Trajan⸗

„Villani! immer in meinem Dienſte thätig!“ dachte der Senator;„ich glaube, ich ſprach dieſen Morgen barſch mit ihm— es war grob von mir!“

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