Teil eines Werkes 
2. Bd. (1845)
Entstehung
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von dem Hofe ihres Bruders und verdunkelt, wenn ſie ſich einmal zwang, zu erſcheinen, durch die ge⸗ reiftere und ſtrahlendere Schönheit, wie durch das allesbeherrſchende Auftreten Nina's— erſchienen ihr die Pracht und das Gewimmel als ein weſenloſes Puppenſpiel, vor dem ſie ſich zu des Lebens Wahr⸗ heit zurückzog,— zu den Hoffnungen und Betrach⸗ tungen ihres eigenen Herzens. Das arme Mävchen! mit all dem ſanften und zarten Weſen ihres todten, und ganz ohne den ernſten Geiſt, den ausſchweifenden Ehrgeiz, die das Auge ermüdende Prachtliebe und die Hitze ihres noch lebenden Bruders,— war ſie nur wenig für die unruhige, aber glänzende Sphäre ge⸗ eignet, in welche ſie ſich ſo plötzlich verſetzt ſah.

Bei all ihrer Liebe für Rienzi konnte ſie eine ge⸗ wiſſe Furcht nicht überwinden, die, vereint mit dem Unterſchiede des Geſchlechtes und Alters, es ihr un⸗ möglich machte, ſich ihm über den ihr am meiſten am Herzen liegenden Gegenſtand mitzutheilen.

Als Adrians Aufenthalt am neapolitaniſchen Hofe die vorausberechnete Zeit überſchritt(denn an keinem Hofe bedurfte, da eben deſſen. Thron beſtritten wurde, der Tribun eines edleren, einſichtsvolleren Vertreters, — und Intriguen und Gegenintriguen verzögerten ſeine Abreiſe von Woche zu Woche), wurde ſie verdrießlich und unruhig. Wie ſo manche unthätige Zuſchauer, welche ſelbſt nicht beobachtet werden, blickte ſie un⸗ willkürlich in weitere Ferne, als der tiefere Verſtand des Tribuns oder Nina's; und ſie ſah und hörte in Blicken und Flüſtern, welche ſchärferen oder argwöhniſcheren