beachtete ihr Schweigen und ihre Zerſtreutheit nicht, ſondern war ungewöhnlich heiter— der alte Colonna war mürriſcher als gewöhnlich.
„Wir fürchten, mein Herr Colonna, unſere Ein⸗ ladung war Euch unangenehm. Ehemals, dünkt mich, konnten wir Euch leichter ein Lächeln entlocken.“
„Die Sachlage hat ſich geändert, Tribun, ſeit der Zeit, wo Ihr mein Gaſt waret.“
„Nun doch kaum. Ich bin geſtiegen, aber Ihr ſeid nicht gefallen. Bei Tag und Nacht wandelt Ihr in Sicherheit und Frieden durch die Straßen; Euer Leben iſt vor den Räubern ſicher, und nicht länger habt Ihr nöthig, Euch durch Mauern und Zinnen gegen Euere Mitbürger zu ſchützen. Ich bin geſtie⸗ gen, aber wir Alle ſind geſtiegen— aus barbari⸗ ſcher Verwirrung zu einem geſitteten Leben! Mein Herr Gianni Colonna, den wir zum Hauptmann der Campagna ernannt, Ihr werdet einen Becher auf den Buono Stato nicht ausſchlagen;— auch glaubt nicht, daß wir Eurer Tapferkeit mißtrauen, wenn wir ſagen, wir freuen uns, daß Rom keine Feinde habe, um Euer Feldherrntalent zu zeigen.“
„Mich dünkt,“ bemerkte der alte Colonna unhöf⸗ lich,„wir werden, ehe die nächſte Ernte grün iſt, Feinde genug aus Böhmen und Baiern bekommen.“
„Und wenn auch,“ verſetzte der Tribun ruhig, „ſo ſind äußere Feinde immer beſſer als Bürgerkrieg.“
„Ja, wenn wir Geld im Schatze haben, was nicht ſehr wahrſcheinlich ſein dürfte, wenn wir noch mehr ſolche Feſttage haben.“


