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Vico, Präfekt von Rom,„wir ſind erfreut, einen ſo edeln Gaſt in Rom zu treffen; wir müſſen die Ar⸗ tigkeit dadurch erwidern, daß wir in Kurzem Euch in Eurem Palaſte überraſchen;— auch werdet Ihr, Signor(wandte er ſich zu dem Geſandten von Ti⸗ voli), uns ein Obdach unter Euern Höhlen und Waſſer⸗ fällen nicht verſagen, ehe die Weinleſe beginnt. Mich dünkt, Rom ſöhnt ſich, vereint mit dem lieblichen Tivoli, wieder mit den Muſen aus. Euer Prozeß iſt gewonnen, Meiſter Venoni; der Rath anerkennt Euer Recht; aber ich behielt die Neuigkeit für den Feiertag auf— Ihr tadelt mich deßhalb nicht, hoffe ich.“ Dieſe Worte wurden mit halb herzlicher Offen⸗ heit einem würdigen Bürger zugeflüſtert, der mitten unter ſo vielen Großen leicht der Beachtung des Tri⸗ buns hätte entgehen können; aber es war Politik bei Rienzi, denjenigen, welche Handelsgeſchäfte trieben, eine ganz beſondere Aufmerkſamkeit zu beweiſen. Als er, nachdem er einige Augenblicke mit dem Kaufmann geſprochen, weiter ging, fiel ſein Blick auf die hohe Geſtalt des alten Colonna.
„Signor,“ ſagte er mit einer tiefen Verbeugung⸗ aber auch mit einem gewiſſen Nachdruck im Ton⸗ „Ihr werdet uns dieſen Abend nicht fehlen.“
„Tribun——“ begann der Colonna.
„Wir nehmen keine Entſchuldigung an,“ unter⸗ brach ihn der Tribun haſtig und ging weiter.
Einige Augenblicke blieb er bei einer kleinen Gruppe von einfach gekleideten Männern ſtehen, die ihn mit geſpannter Aufmerkſamkeit betrachteten; denn auch ſie


