Teil eines Werkes 
1. Bd. (1845)
Entstehung
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Per fede, ſagte der Tribun, deſſen ſeltſamer Humor an der kalten Kühnheit des Mannes ſich er⸗ götzte;aber abgeſehen von dem Dienſte, den Du mir gerne geleiſtet hätteſt, biſt Du der angenehmſte, geduldigſte, unerſchrockenſte Burſche, den ich ſeit vie⸗ len Jahren geſehen. Gib mir Deinen Gürtel. Ich hätte wohl nicht gedacht, daß ich am erſten Abende meiner Ritterſchaft ein ſo menſchenfreundliches Werk verrichten würde!

Ich meine dieſe Röcke wären ein beſſerer Ver⸗ band, ſagte Rudolph und deutete auf die an den Wänden aufgehängten Prieſtergewänder.

Schweige, Schurke, ſagte der Tribun ſtirnrun⸗ zelnd;keine Entheiligung! Da Du aber ſo ſehr um Dich beſorgt biſt, ſo ſollſt Du meine Schärpe haben, Dich zu verbinden.

Hiemit verband ihm der Tribun, nachdem er den Dolch auf den Boden gelegt und vorſichtig den Fuß darauf geſetzt hatte, das verwundete Glied, eine Her⸗ ablaſſung, für welche ihm Rudolph kurz dankte; dann nahm er Waffe und Lampe wieder auf, ſchloß die Thüre, ſchob den langen ſchweren Riegel außen vor und kehrte voll tiefer und entrüſteter Gedanken über den Verrath, dem er ſo glücklich entgangen war, auf ſein Lager zurück.

Bei dem erſten grauen Strahl der Morgendäm⸗ merung ging er zu der großen Thüre der Kirche hin⸗ aus, rief die Schildwache, einen ſeiner eigenen Leib⸗ wächter, und befahl ihm, geheim und jetzt, ehe die Leute auf den Beinen wären, den Gefangenen in