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Orfini dämpfte ſeine Stimme zu einem bedeutungs⸗ vollen Flüſtern.„In Venedig,“ ſprach er,„würde man mit dieſem Emporkömmling ohne ein Heer fer⸗ tig. Glaubt Ihr, in Rom trage Niemand einen Dolch?“
„Bſt,“ ſagte Stephan, der von weit edlerer und beſſerer Natur war, als ſeine Standesgenoſſen, und der, jeden anderen Widerſtand gegen den Tribun vor ſich ſelbſt rechtfertigend, ſein Gewiſſen ſich gegen Meu⸗ chelmord empören fühlte;„das darf nicht ſein— Euer Eifer führt Euch zu weit.“
„Ueberdies, wen könnten wir dazu verwenden? es iſt kaum noch ein Deutſcher in der Stadt, und gegen einen Römer nur davon flüſtern, hieße mit dem ar⸗ men Martino den Platz tauſchen— der Himmel nehme ihn auf, denn er iſt jetzt dem Himmel näher, als je zuvor,“ ſagte der Savelli.
„Scherzt nicht,“ rief der Orſini wild.„Scherze über einen ſolchen Gegenſtand! Bei St. Francisko, ich wollte, da Du ſolchen Witz liebſt, Du müßteſt ihn allen für Dich behalten; und mich dünkt, ich habe Dich an der Tafel des Tribuns über ſeine plumpen Einfälle lachen ſehen, als ob Du keines Strickes be⸗ dürfteſt, Dich zu erſticken.“
„Beſſer lachen als zittern,“ verſetzte der Savelli.
„Wie, Du wagſt zu behaupten, ich zittere?“ rief der Baron.
„Stille, ſtille,“ ſagte der alte Colonna mit un⸗ geduldiger Würde.„Wir leben nicht in ſolchen Feier⸗ tagszeiten, wo man ſich unter einander zanken darf. Unterlaßt das, meine Herren.“


