Teil eines Werkes 
1. Bd. (1845)
Entstehung
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Man varf ſich nicht wundern, daß dieſes einträg⸗ liche Feſt, ehe das nächſte Fahrhundert nur halb ver⸗ ſtrichen war, einem verſtändigen Papſte als zu weit hinausgeſchoben erſchien. Beide, Papſt und Stadt, ſtimmten in der Anſicht überein, daſſelbe ſollte in kürzerer Zeit eine Wiederholung erleiden. Demzufolge hatte Clemens VI. im Jahre 1350, nämlich drei Jahre ſpäter, als in dem nächſten Kapitel meine Erzählung beginnen wird, unter dem Namen Jubelfeſt Moſes ein zweites heiliges Jahr verkündet. Dieſer Umſtand erregte großes Aergerniß unter dem Volke gegen den Adel, und bereitete die Ereigniſſe vor, die ich be⸗ richten werde; denn die Straßen waren, wie ſchon oben geſagt, durch Banditen unſicher gemacht, die Werkzeuge oder Verbündeten der Adeligen. Wurden die Straßen nicht geſäubert, ſo durfte man keine Reiſende erwarten. Es war die Aufgabe des Stell⸗ vertreters des Papſtes, Raimund, Biſchof von Or⸗ vietto— eines ſchlechten Politikers, aber guten Kirchen⸗ gelehrten—, ſchlechterdings olle Hinderniſſe zwiſchen den Opfern der Frömmigkeit und dem Schatze des heiligen Peter aus dem Wege zu räumen.

Dies war, um kurz zu ſein, der Zuſtand Rom's zu der Zeit, die wir zu prüfen im Begriffe ſtehen. In Italiens und Europa's Augen hatte ſein Ruf noch nicht gelitten. Dem Namen nach war es we⸗ nigſtens immer noch die Königin der Erde; aus ſei⸗ nen Händen empfingen die nordiſchen Herrſcher ihre Krone und der Kirchenvater die Schlüſſel. Seine Lage

bot dem kühnen Ehrgeize einen großen, glänzenden

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