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geiz, ſeine Erfahrung und ſein durch einige ritter⸗ liche und edle Eigenſchaften unterſtützter Scharffinn waren zu noch größeren und wichtigeren Unterneh⸗ mungen fähig, als die gewaltſamen Plünderungen des abſcheulichen Werner. Kein Staat hatte von die⸗ ſer Geißel empfindlicher zu leiden, als Rom. Die Erbgüter des Papſtes, die ihm zum Theil von klei⸗ neren Tyrannen entriſſen waren, zum Theil durch dieſes fremde Raubgeſindel verheert dalagen, liefer⸗ ten nur einen ſpärlichen Zuſchuß für die Bedürfniſſe Clemens VI., des vollendetſten Edelmannes und raf⸗ finirteſten Wollüſtlings ſeines Zeitalters; der gute Vater hatte einen Plan entworfen, durch welchen er die Römer und ihren Papſt auf einmal zu bereichern gedachte. Beinahe fünfzig Jahre vor der Zeit, von welcher wir ſprechen, hatte Bonifacius VIII., um die päpſt⸗ lichen Kiſten zu füllen und die verhungernden Römer zufrieden zu ſtellen, das Jubelfeſt oder das heilige Jahr eingeſetzt, der That nach ein Wiederaufleben der heidniſchen Ceremonien. Jedem Katholiken, der in dieſem und je dem erſten der folgenden Jahr⸗ hunderte die St. Peter⸗ und St. Paulskirchen be⸗ ſuchte, wurde vollkommener Ablaß zugeſagt. Ein ungeheures Zuſammenſtrömen von Pilgern aus allen Theilen der Chriſtenheit ſprach für die Klugheit des Gedankens; und zwei Pfaffen ſtanden Tag und Nacht mit Rechen in der Hand da, um, ohne ſie zu zäh⸗
len, die Haufen von Gold und Silber zu ſammeln,
die dem Altar des heiligen Paul zufloſſen.* * Gibbon, Band RII. Kap. 59.


