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Jahrhunderte hatten ſie mehre Umwälzungen erfah⸗ ren,— kurz, voft blutig, aber immer ohne Erfolg. Noch immer ſchwebte ihnen das leere Trugbild einer Volksherrſchaft vor. Die dreizehn Stadttheile ernann⸗ ten je ihr Oberhaupt, und die Verſammlungen die⸗ ſer obrigkeitlichen Perſonen, welche man Caporivni nannte, beſaßen in der Theorie ein Anſehen, das ſie nie wever den Muth noch die Kraft hatten, gel⸗ tend zu machen. Noch hörte man den ſtolzen Na⸗ men Senator; aber zu jener Zeit war dieſes Amt zwei oder drei Männern übertragen, welche bisweilen von dem Papſte, bisweilen von den Adeligen gewählt wurden. Das an den Namen ſich knüpfende Anſehen ſchien keine beſtimmte Grenzen zu haben; es war eine oberſte Dietatur, oder ein läſſiges Puppenſpiel, je nachdem der jeweilige Machtinhaber die Kraft hatte, die angenommene Würde zu behaupten. Nur dem Adel wurde dieſe verliehen, und nur von Adeligen wurden alle Gewaltthätigkeiten verübt. Wenn je öffent⸗
liche Rechtspflege ſtattfand, ſo wurden Privatfeind⸗ ſchaften verhandelt, und Herſtellung der nöthigen
Ordnung war nichts Anderes, als Vollziehung von Racheplanen.
Indem ſie ihre Paläſte zu fürſtlichen Schlöſſern und Feſtungen machten, jeder ſeine Unabhängigkeit von Obrigkeit und Geſetz darthat, Feſtungen anlegte und Vorrechte auf dem angeſtammten Boden der Kirche anſprach, ſicherte der römiſche Adel ſeine Stellung und machte ſich noch verhaßter dadurch, daß er fremde Kriegsvölker, hauptſächlich Deutſche, in Sold nahm;


