Teil eines Werkes 
2. Bd. (1845)
Entstehung
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nur ein gedulbeter Gaſt. Wo war das achtbare, trö⸗ ſtende, wohlgefällige Gefühl des Rechts an ſich des Beſitzes des Eigenthums? Er ging freuden⸗ los durch den Park, machte achtlos die Runde auf den Pachthöfen und ſaß ſchweigend in den Hallen; er war nur der Pächter eines Anderen. So ſchwand er nach und nach und unmerklich dahin, aus morali⸗ liſchem Mangel, inmitten des wirklichen Reichthums, des Luxus und des überfluſſes! Es war keine Krank⸗ heit zu bemerken, der die Arzte hätten entgegenwirken können. Sie konnten die Morgen Landes nicht zu Pillen verwandeln, die er verſchlucken, noch die Wälder in Mirturen umſchmelzen, die er trinken konnte, um wieder hergeſtellt zu werden. Als Camilla hörte, daß er krank ſei, und hoffte, daß ihre Gegenwart einen günſtigen Eindruck auf ihn machen werde, eilte ſie an ſeine Seite. Aber es wurde bald klar, daß ſie nichts in ſeinen Gedanken ſei, und ſelbſt als ihr erſter Sohn geboren wurde und ſchreiend in ſeinen Armen lag, ſah er ihn mit leerem Blick an und ſagte:Mein Enkel! Ja, und ſein Oheim hat für ihn und auch für Dich ſehr hübſch geſorgt ich läugne es nicht, aber mein Enkel wird nie Parlamentsmitglied für die Grafſchaft werden. Dennoch klagte er nicht und ſprach Gefinnungen aus, die ihm Ehre machten. Er habe nie etwas Anderes gewünſcht, als was recht ſei; er hätte ſich dem Prozeß widerſetzen können, doch habe er nie an dergleichen gedacht. Herr Philipp ſei ein ſehr hübſcher junger Mann, und es mache ihn glück⸗ lich, daß er ſeine Beweggründe gewürdigt. Es habe