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Godolphin : ein Roman / von Eduard Lytton Bulwer. Übers. von Franz Kottenkamp];; Bd. 5
Entstehung
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führlich über die wenigen Schwächen verbreitet, die er vielleicht an ſich haben mochte, bis vieſelben zum Vordergrunde des Bildes wurden, und ſeine lebhafte Großmuth, ſein hohes Ehrgefühl, ſeinen glänzenden Verſtand, die außerordentlichen Schätze ſeines Geiſtes haben Sie im Schatten gelaſſen. O Gott! daß einem ſolchen Weſen ein ſolches Geſchick mußte beſtimmt ſein! Und in der Blüte des Lebens, gerade als ſein Geiſt zu dem Bewußtſein ſeiner Kräfte und ihrer geſetzmäßigen Zwecke erwacht war! Welch eine unheilvolle Fügung ver Umſtände mußte es ſein, die ſiebenunddreißig Jahre lang einen Geiſt von ſo hohem Range, ein Herz von ſo zärtlichen Regungen durch das Treiben und die Zer⸗ ſtreuungen eines Lebens verleiten konnte, die nur für Weſen geeignet ſind, die er verachtete! Aber über dieſen Gegenſtand kann ich nicht ſchreiben. Ich muß die Feder niederlegen; morgen will ich verſuchen, ob ich weiter ſchreiben kann.

Nun alſo, ich ſage, Sie haben ihm keine Ge⸗ rechtigkeit angethan. Ich bitte Sie, dieſen Charakter umzuformen und der Erinnerung an einen Mann, den Niemand ſah, ohne ihn zu bewundern, und Niemand kannte, ohne ihn zu lieben, ihr Recht widerfahren zu laſſen.

Wie ſchmeichelhaft iſt dagegen mein Bild der eitlen, ränkevollen, ſtolzen, unweiblichen Nährerin bitterer Gedanken und finſterer Pläne! Ich bin gewiß, daß man mich nicht darin erkennt, und daher will ich Sie nicht bitten, mich in der armen, unliebenswür⸗ digen Wahrheit darzuſtellen. Aber während ich mit