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Qual und Scham empfinde, daß Sie jene ſcheinbare Vernachläſſigung eines Dahingeſchiedenen richtig ge⸗ ſchildert haben, die aus dem Stolze entſprang, der ſich vernachläſſigt glaubte, ſo haben Sie doch nicht genug— nicht den millionſten Theil von der wahren Liebe geſagt, die ich ſtets für ihn hegte, und dies iſt der einzige milde und ausſöhnende Theil meiner Natur. Aber wer kann wiſſen, wer kann beſchreiben was ein Anderer fühlt? Ich ſelber wußte nicht, was ich fühlte, bis der Tod es mich lehrte.
„Seit ich das Buch geleſen habe, verfolgt mich beſtändig ein Gedanke— die Seltſamkeit, daß ich ſeinen Verluſt überleben konnte, daß die ſtarren Fibern meines Herzens nicht längſt gebrochen ſind, daß ich lebe und in der großen Welt lebe! Aber nicht wie Eine von dieſer Welt, und dieſes Bewußtſein hält mich aufrecht auf der öden, unfruchtbaren Lebensbahn. Von jetzt auf immer ausgeſchloſſen von allen zarteren Gefühlen meines Geſchlechts; ohne Mutter, ohne Gat⸗ ten, Kind oder Freund; ungeliebt und ohne Liebe halte ich mich durch den Glauben aufrecht, daß ich das Wenige vollführte, was mein Geſchlecht zu der großen Umwandlung mitwirken konnte, die jetzt in der Welt ihre Fortſchritte macht. Mich ſtärkt die Zuverſicht, daß früher oder ſpäter eine Zeit kommen muß, wo jene großen Ungleichheiten im Leben, die nicht bloß mir, ſondern auch Allem was ich liebte und bewun⸗ derte, ſo verhängnißvoll waren, die den Großen herz⸗ los, den Niedern knechtiſch, das Genie entweder zum Feinde der Menſchheit oder zum Opfer ſeiner ſelbſt
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