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Körper loszuringen. Die Stunden vergingen Mitternacht kam— in dem Zimmer hörte man deutlich die Glocke ſchlagen.
„Still!“ rief Lucilla auffahrend.„Still!“ Und in dem Augenblick trennten ſich die ſchweren Wolken an einer Stelle, und durch das Fenſter des Zimmers erblickte man hoch droben einen einſamen Stern.
„Dein Stern, Godolphin!“ ſchrie ſie, indem ſie auf den einſamen hellen Punkte deutete;„er ruft Dich — lebe wohl, nicht auf lange!“
Die Mohrin ſtürzte mit lautem Schrei auf ſie zu, ſie legte die Hände auf Lucilla's Buſen; das Herz war unbewegt, der Athem ſtand ſtill, das Feuer war aus der Aſche verſchwunden: jener ſeltſame, überirdiſche Geiſt war vielleicht unter den Sternen, nach deren Geheimniſſen er ſich ſo vergebens geſehnt hatte.
Der ſchwarze Regen goß in Strömen nieder, und fern von den Bergen konnte man das Rauſchen an⸗ geſchwollener Bäche hören, als ſie ſich in den Schvoß des Thales ergoſſen. Die düſtere Wolkenmaſſe brach ſich, zog einzeln und niedrig über den Himmel dahin, und ließ von Zeit zu Zeit einen Stern durchblicken, den aber die Dunkelheit ſogleich wieder verſchlang. Am Rande des Horizontes blitzte es heftig, doch in langen Zwiſchenräumen; die Bäume bogen ſich und ſtöhnten unter dem Regen und Sturm, und gerade über dem geſenkten Haupte eines einſamen Reiters brach der Donner los, den er bei ſeiner innern Auf⸗ regung kaum hörte.


