Großen eiz, ſon⸗ ſuchen an mir Lebens u krän⸗ ttel an⸗
führen „Mittel e, wie⸗ „Dich ter hal⸗ näher vereine
13 ich meinen Segen, liebe, liebe Conſtanze, über Dich — über Dich, die Du mich gepflegt, überwacht, die Du Alles gethan, nur mich nicht haſt retten können! Gott, Gott ſegne Dich mein Kind!“ Und Vernon brach in Thränen aus.
Zwei Stunden nach dieſer ſeltſamen Scene, ge⸗ rade um drei Uhr Morgens, erwachte Vernon aus einem kurzen und unruhigen Schlummer. Die graue Morgendämmerung— denn es war in der Mitte des Sommers— begann ſchon durch die Schatten zu bre⸗ chen und die Sterne der Nacht zu verdunkeln. Eine rauhe und unerguickliche Kälte verbreitete ſich über die Erde und drang ſelbſt in das Sterbezimmer. Con⸗ ſtanze ſaß neben dem Bette ihres Vaters, ihre Augen waren noch feſt auf ihn gerichtet und ihre Wangen blei⸗ cher als je bei dem blaſſen Lichte jener trüben und un⸗ heimlichen Dämmerung. Als Vernon erwachte, waren ſeine Augen gläſern vom nahen Tode, rollten matt zu ihr hinüber und erſchienen ſtarr und trübe in ihren Höhlen— ſeine Kehle röchelte. Auf einen Augenblick erhielt er ſeine Sprache wieder; ein Strahl verbrei⸗ tete ſich über ſein Geſicht, als er ſeine letzten Worte ausſprach— Worte, die ſich ſogleich und auf ewig in das innerſte Herz ſeiner Tochter ſenkten— Worte, die ihr Leben regelten und ihr Geſchick beſiegelten:
„Conſtanze, gedenke— des Eides— der Rache!“
Bulwer, Godolphin.


