Zweites Kapitel.
Bemerkungen über den Inhalt des Lebens— Die Särge der
großen Männer werden ſelten vernachläſſigt— Conſtanze findet
Zuflucht bei der Lady Erpingham— Die Talente und der Cha⸗ rakter der Heldin— Das manövrirende Temperament.
Welch ein ſeltſames Leben dies iſt! Welche Pup⸗ pen wir ſind! Welch ein furchtbares Räthſel das Schick⸗ ſal iſt. Ich ſetze nie meinen Fuß vor die Thür, ohne daß mir die furchtbare Dunkelheit vor Augen tritt, die auf dem nächſten Augenblick ruht. Welch ein ſchreck⸗ liches Ereigniß mag unſerm Herzen bevorſtehen! Das Schwert hängt ſtets über uns, geſehen oder ungeſehen.
Und mit dieſem Leben— mit dieſer dunkeln und furchtbaren Scene— ſollen wir nach der Meinung Einiger ſo zufrieden ſein, daß wir kein anderes wün⸗ ſchen oder fordern!
Conſtanze war jetzt ohne einen nahen Verwandten in der Welt. Aber ihr Vater hatte richtig prophe⸗ zeiht: Eitelkeit erſetzte die Stelle der Neigung. Vernon, der achtzehn Monate lang vor ſeinem Tode mit dem Mangel gekämpft hatte— Vernon, der im Leben von Allen verlaſſen worden, wurde mit verletzendem Ge⸗ pränge begraben. Sechs Edelleute hielten ſein Leichen⸗ tuch— lange Züge von Wagen begleiteten ſeinen Sarg— die Jvurnale waren mit Skizzen ſeiner Biv⸗ graphie und mit Klagen über ſeinen Tod angefüllt.
Man begrub ihn in der Weſtminſterabtei und es wur⸗
den Subſeriptionen zu einem Monument vom beſten Marmor eröffnet. Lady Erpingham, eine entfernte
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