vI Kleinigkeiten auf natürliche Weiſe, ſo kann man ſie angenehm machen; gewährt der Umſtand, daß man ſich an die Natur hält, Vergnügen, ſo kann dieſelbe Urſache auch Belehrung veranlaſſen. Die Natur iſt die Quelle aller Moral, der Zauber⸗ brunnen, woraus man nicht einen einzigen Tropfen ſchöpfen wird, welcher nicht eine unſerer Krank⸗ heiten zu heilen vermag.
Als Helden meines Romans habe ich eine Perſon dargeſtellt, welche mir am paſſendſten ſchien, die Anſichten und Gewohnheit der Geſellſchaftsklaſſe und Zeit, der er angehört, darzuſtellen, eine per⸗ ſönliche Vereinigung von Gegenſätzen— einen Stutzer und Philoſophen— einen Vergnügungs⸗ ſüchtigen und einen Moraliſten— einen ſcheinbaren Kleinigkeitskrämer, jedoch andrerſeits einen Mann, welchem Kleinigkeiten eher Belehrung gewähren, als daß ſie ihm natürlich ſind— einen Ariſtipp in verjüngtem Maßſtabe, welcher gewohnt iſt, kluge Schlüſſe aus den von ihm angenommenen Thor⸗ heiten zu ziehen, und welcher wirklich ein Schüler der Weisbeit iſt, während er ſich für einen An⸗ beter des Vergnügens ausgibt. Die Darſtellung des Charakters erkannte ich aber bald als ſchwie⸗ riger wie deſſen Auffaſſung. Die Schwierigkeit wurde für mich noch größer, weil ich mit ihm nichts gemein habe, als die Neigung zur Beob⸗ achtung,“ und vielleicht einige Erfahrung auf der⸗ ſelben Bühne, worauf er auftritt. Auch kann man
* Ich bedaure ſehr, mit dieſer Bemerkung den ſehr ſchmeichelhaften Ruf aufgeben zu müſſen, welcher mir mehre Monate lang zu Theil wurde. Ich muß hiemit einige ſehr nachſichtige Recenſenten aus ihrer Täuſchung reißen, welche bisher den Verfaſſer und den Helden als ein Fleiſch und Bein betrachtet haben. haben allein,“ ſagt einer der⸗ ſelben,„uns über des Verfaſſers mus zu beklagen; er ſpricht be⸗
ſtändig von ſich ſelbſi..— Der arme Herr! vom erſiten bis zum letzten Worte ſpricht der Verfaſſer keine einzige Silbe.


