kleine Mädchen, die wahrſcheinlich ſehr früh in den Trouba⸗ vour verliebt ſind, gravitätiſch zuſchauen. Blanche und ich, wir beide haben uns in eine Ecke geſchlichen, wo wir uns in Folge irgend einer ſeltſamen Verblendung für unbeobachtet halten, und in dieſer Ecke ſteht die Wiege des Neogilos. In der That, wir ſind nicht Schuld daran, daß ſie da iſt — Roland wollte es ſo haben; und das Knäblein iſt ſo gut, daß es nie ſchreit— wenigſtens behaupten dies Blanche und meine Mutter— und jedenfalls ſchreit es nicht des Nachts. Das Kind iſt wahrhaftig ein Wunder! Es ſcheint Alles zu wiſſen und auf Alles zu antworten, was in un⸗ ſeren Herzen die Oberhand hatte, als es geboren wurde. Und was noch mehriſt, ſeit Roland(wohl gegen allen Brauch) weder der Mutter, noch der Wärterin oder überhaupt ei⸗ nem weiblichen Geſchöpfe geſtattete, es über den Taufſtein zu halten, ſondern über den neuen Chriſten ſein eigenes, ſcharfzügiges Geſicht niederbeugte, damit an einen Adler erinnernd, welcher das Junge in ſeinem Neſt verbirgt und mit Fittichen darüber wacht, welche ſchon manchem Sturm Trotz geboten haben— ich ſage, von dieſem Augenblick an ſchien das Kind, welches den Namen Herbert erhielt, Ro⸗ land beſſer zu kennen, als ſeine Wärterin oder ſogar ſeine Mutter— ſchien zu wiſſen, daß wir Roland ſeinen Sohn wieder zu geben ſuchten, als wir ihm dieſen Namen beileg⸗ ten. So oft ſich der alte Mann dem Kind nähert, lächelt und jauchzt es und ſtreckt ihm ſeine kleinen Arme entgegen. Ich und die Mutter drücken uns dann gegenſeitig die Hand und ſind nicht eiferſüchtig. Wohlan denn, Blanche und
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Die Caxtone : ein Familiengemälde / von Edward Bulwer Lytton. Aus dem Engl. von Carl Kolb
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