Druckschrift 
Die Caxtone : ein Familiengemälde / von Edward Bulwer Lytton. Aus dem Engl. von Carl Kolb
Entstehung
Einzelbild herunterladen

gewonnen hat, reicher und anſehnlicher als die, welche die alten ritterlichen Häuptlinge durch die Gewalt des Schwer⸗ tes behaupteten. Und die gaſtliche Heiterkeit, die aus der Ruine entflohen war, hat ſich in der Halle erneuert, und Reich und Arm, Vornehm und Gering heißen die Hebung eines alten Hauſes aus dem Staub des Verfalls willkom⸗ men. Alle Träume von Rolands Jugend ſind erfüllt; aber ſie erfreuen ſein Herz nicht ſo, wie der Gedanke, daß ſein Sohn endlich würdig war ſeiner Abkunft, und als die Hoff⸗ nung, daß kein Abgrund ſich aufthun werde zwiſchen den beiden, wenn der große Kreis abgerundet iſt und die Ver⸗ gangenheit zuſammentrifft mit der Jukunft des Menſchen am Ende der Zeiten. Nie wurde der Verlorene vergeſſen — nie ſein Name gehaucht, ohne daß Thränen in die Au⸗ gen traten, und jeden Morgen konnte der zur Arbeit ge⸗ hende Bauer Roland ſehen, wie er ins Thal hinunterſchlich nach dem niedrigen Thürchen der Kapelle. Wage es Nie⸗ mand, ſeinen Schritten zu folgen, oder ſich ſeinen feierlichen Gedanken aufzudrängen; denn dort, dem Täfelchen gegen⸗ über, ergießt er ſich im Gebet, und die Erinnerung an die Todten bildet einen Theil ſeines Verkehrs mit dem Him⸗ mel. Doch der Tritt des Greiſes iſt noch immer feſt und ſein Kopf aufrecht. In ſeinem Geſichte kann man ſehen, daß es nicht eine hohle Prahlerei iſt, wenn er erklärte, daß„der Vater voll Ergebung“ ſey. Ihr, die ihr vielleicht meint, in dieſer chriſtlichen Ergebung liege zu viel römiſche Härte — bedenkt, was es heißt, bei dem Sohn ein Leben der Schande fürchten zu müſſen, und fragt euch dann, ob ein

58*