und zur Freude deſſen heranzubilden, der jetzt den ſehnlich⸗ ſten Wunſch hegte, es beſchützen und lieben zu dürfen. Von Roland kam das tiefe, ernſte Ehrgefühl— männlich in ſeiner Kraft und weiblich in ſeiner edeln Zartheit— von Roland jener ſchnell faſſende Sinn für alles Herrliche in der Poeſie und alles Liebliche in der Natur— das Ange, wel⸗ ches funkelte, wenn es las, wie Bayard allein auf der Brücke ſtand und ein Heer rettete, oder über dem Blatt weinte, wel⸗ ches Bericht that, wie der ſterbende Sidney den Becher von ſeinen brennenden Lippen abſetzte. Erſcheint vielleicht ir⸗ gend Jemanden ein ſolcher Geiſt allzumännlich? Nach ſeinem Belieben. Aber ich lobe mir die Frau, in welcher alles ein
Echo findet, was im Manne edel iſt! Und dann konnte jenes
Auge, wie das Rolands, inne halten, um jede feinere Ma⸗ ſche in dem wunderbaren Gewebe der Schönheit aufzu⸗ faſſen. Keine Landſchaft war für ſie geſtern und heute dieſelbe— ein tieferer Schatten vom Himmel konnte den Anblick der Moore verändern— das Aufſchießen friſcher wilder Blumen, ja ſogar der früher nicht vernommene Ge⸗ ſang eines Vogels lieh der weiten, ſteinigten Haide Abwechs⸗ lung. Iſt dies eine zu einfache Quelle der Luſt, daß man ſie nicht ſollte würdigen können? Mag es immer denen ſo vorkommen, welche der ſtarken Reizmittel bedürfen, wie ſie die Städte bieten. Aber wenn wir alle unſere Stunden
unter ſolchen Scenen zubringen ſollen, iſt ein Sinn hoch anzuſchlagen, der in der Natur keine Eintönigkeit kennt.
Alles dies kam von Roland, und mein Vater hatte mit ſinniger Weisheit genug Bücherkenntniß hinzugefügt,


