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Die Caxtone : ein Familiengemälde / von Edward Bulwer Lytton. Aus dem Engl. von Carl Kolb
Entstehung
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„Ich wüßtewahrhaftig nirgend ein trefflicheres Geſchöpf zu finden, als Lady Caſtleton iſt; ſo zärtlich gegen ihre Kin⸗ der— und ihr Ton gegen Caſtleton genau ſo, wie er ſeyn ſollte— ſo voll Liebe und Achtung. Dies macht ihr um ſo mehr Ehre, da man wiſſen will, ſie habe ihn nicht ge⸗ liebt, als ſie ihn heirathete— denn bei all' ſeiner Schönheit iſt er doch zweimal ſo alt als ſie. Auch iſt keine Frau ſo von ſchmeichelnden Lotharios und Damenmördern umſchwärmt worden, wie Lady Caſtleton. Zu meiner Beſchämung muß ich geſtehen, daß Caſtleton's Glück mich in Erſtaunen ſetzt, denn er bildet eine Ausnahme zu meinen allgemeinen Er⸗ fahrungen.“

„Mein lieber*“**“ verſetzte der Andere, einer von jenen weiſen Lebemännern, welche uns gelegentlich in Verlegenheit bringen, weil wir uns nicht erklären können, wie ſie bei ihrem Geiſte ſich mit einer bloßen Salonberühmtheit be⸗ gnügen mögen— Männer, welche ſtets müßig zu ſeyn ſchei⸗ nen, und doch Alles geleſen haben, immer gleichgültig ſich zeigen gegen das, was vor ihnen vorgeht, und doch den Charakter eines Jeden kennen und ſeine Geheimniſſe er⸗ rathen.—„Mein lieber““,“ ſagte der Genfleman,„Ihr würdet nicht ſtaunen, wenn Ihr ſtatt der gnädigen Frau den Lord Caſtleton ſtudiert hättet. Von allen Eroberungen, welche Sedley Beaudeſert je machte ſeit der Zeit, als die zwei ſchönſten Damen der Faubvurg um ſeiner Gunſt willen in dem Bois de Boulogne ſich auf Piſtolen ſchlugen, hat ihn keine ſo viel Mühe gekoſtet oder ſeine Weiberkenufniß auf eine ſo ſchwere Probe geſtellt, als die ſeiner eigenen Gattin 57*