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vielleicht nur etwas matt und gekünſtelt war in Vergleich mit der friſch und geſund dem ganzen Weſen entſprungenen ihres Gatten, obſchon in ihr nichts von jener erkältenden Herablaſſung oder von der feinen Unverſchämtheit lag, welche man ſo häufig bei den ſogenannten„Excluſiven“ des niede⸗ reren Adels findet— mit welcher Anmuth, frei von aller Sprödigkeit, nahm ſie die Schmeicheleien der Umſtehenden hin, ſich ſodann von ihnen abwendend oder zu Lord Caſtleton ihre Zuflucht nehmend, und zwar dies mit einer Ruhe, welche mit einem Male den Schirm des Herdes und der Heimath um ſie her aufpflanzte.
Und unbeſtreitbar war Lady Caſtleton viel ſchöner, als Fanny Trevanion geweſen war.
Alles dies erkannte ich an— nicht mit einem Seufzer und einem Schmerzgefühl, ſondern mit der reinen Empfindung ſtolzen Entzückens. Ich hatte vielleicht wahnſinnig und an⸗ maßend geliebt, wie es bei jungen Leuten oft der Fall iſt, aber meine Neigung war eine würdige geweſen; der Mann brauchte nicht darüber zu erröthen, und Fanny's Glück war eine vollkommene Kur für jede Wunde des Herzens, die vielleicht nicht früher ſchon vernarbt war. Hätte ſie unzu⸗ frieden, bekümmert und frendlos in dem geſchloſſenen Bunde gelebt, ſo durfte wohl eher zu beſorgen geweſen ſeyn, ich
könnte brüten über die Vergangenheit und klagen über den
Verluſt ihres Abgotts. Jetzt aber war keine ſolche Gefahr mehr vorhanden. Sogar die Ausbildung ihrer Schönheit hatte den Charakter derſelben in einem Grade verändert⸗ daß Fanny Trevanion und Lady Caſtleton zwei verſchiedene


